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Sodbrennen

    • Welche Ursache hat das Sodbrennen?
    • Welche Erkrankungen sind mit Sodbrennen verbunden?
    • Welche Allgemeinmassnahmen sind bei Sodbrennen nützlich?
    • Wann soll ich meinen Arzt fragen?
    • Wie erfolgt die medikamentöse Therapie?
    • Wann muss Sodbrennen behandelt werden?
    • FRAGEBOGEN
    • Welche Ursache hat das Sodbrennen?

      Unter Reflux (Rückfluß) versteht man das Zurückfließen von saurem Magensaft in die Speiseröhre. Solange das nur vereinzelt geschieht, kann es zum Sodbrennen mit seinen typischen Beschwerden kommen. Funktioniert der oben erwähnte Schließmechanismus, verhindert dieser das Aufsteigen der ätzenden Magensäure in die Speiseröhre und hält Mageninhalt zurück. Selbst unter einem Kopfstand kommt es deshalb zu keinem Erbrechen. 

      Ist jedoch die Funktion dieses Muskels gestört (z.B. durch einen Zwerchfellbruch), kann die aggressive Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen. Die empfindliche Schleimhaut wird dadurch entzündet und kleine Geschwüre (Erosionen) verbunden mit Schmerzen, sind die Folge.

      Man spricht von der Refluxkrankheit der Speiseröhre.

      Die Magensäure ruft Verätzungen der Speiseröhre hervor.

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    • Welche Erkrankungen sind mit Sodbrennen verbunden?

      Wenn die Beschwerden öfter als zweimal pro Woche auftreten, sollte man in jedem Fall mit dem Arzt darüber sprechen. Auf keinen Fall gilt es diese auf die leichte Schulter zu nehmen. Eine Entzündung der Speiseröhre ist umso wahrscheinlicher, je häufiger Sodbrennen auftritt und je länger die Erkrankung besteht. Die Beschwerden (von gelegentlich kurzandauernd bis regelmäßig und stark) geben keinen Hinweis auf das Ausmaß der Erkrankung (ob gering oder schwer).

      Bis vor wenigen Jahren wurde die Bedeutung der Refluxösophagitis vollkommen unterschätzt. Heute weiß man, dass es ohne gezielte Behandlung bei bis zu 1/3 der Patienten zu gefährlichen Komplikationen (wie Geschwür, Blutung, Verengung der Speiseröhre oder Speiseröhrenkrebs) kommen kann.

      Refluxbeschwerden werden oft bagatellisiert, doch ohne gezielte Behandlung kann es zu einer schwerwiegenden Erkrankung kommen

      In den letzten Jahren hat man außerdem erkannt, dass durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre auch Nachbarorgane, wie Atemwege und Herz betroffen sein können.

      Speiseröhre, Herzkranzgefäße und Atemwege werden vom selben Teil des Nervensystems versorgt. Die säurebedingte Reizung der Speiseröhre kann reflexartig zu einer Verkrampfung der Herzkranzgefäße oder der Luftröhrenäste führen. Fallweise gelangt die Magensäure auch in die Mundhöhle und von dort in die Atemwege.

      Reizhusten, vor allem nachts, chronischer Husten, chronische Bronchitis, chronische Heiserkeit oder asthmatische Beschwerden sind dann oftmals die Folge.

      Außerdem können heftige Schmerzen im Bereich der Speiseröhre eine Herzkrankheit (Angina pectoris-Anfall) vortäuschen.

      Sodbrennen ist also keine harmlose Befindlichkeitsstörung, sondern deutet bei regelmäßigem Auftreten eine ernsthafte Erkrankung an.

      Auch Auswirkungen auf Herz und Atemwege sind möglich

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    • Welche Allgemeinmassnahmen sind bei Sodbrennen nützlich?

      Zur Linderung der Beschwerden kann eine Änderung der Lebensgewohnheiten beitragen, wie z.B.:

      • Gewichtsabnahme
      • Verzicht auf opulente Mahlzeiten besonders vor dem Hinlegen (sowohl Mittags als auch Abends)
        - Versuchen Sie spät eingenommene Mahlzeiten zu vermeiden („Betthupferl“)
        - Kleine (5-6) und regelmäßige Mahlzeiten über den Tag verteilt, wirken sich günstig auf die Erkrankung aus

        

      • Einschränkung des Konsums von Kaffee, Alkohol, Nikotin, fetten Speisen und scharfen Gewürzen
        - Faserreiche Kost (wie z.B. Weizenkleie) und ausreichend Flüssigkeitszufuhr setzen den Magen nicht unter Druck
        - Vorsicht bei Speisen wie Ölsardinen oder Hülsenfrüchte, die besonders lange im Magen liegen bleiben
        - Rauchinhaltsstoffe fördern den Reflux, verzögern den angestrebten Heilungsverlauf der entzündeten Speiseröhrenschleimhaut und verstärken Symptome
      • Vermeidung von zu enger Kleidung oder einengender Kleidungsstücke 
      • Vermeiden von zu langem Sitzen
      • Vermeiden von körperlicher Anstrengung (z.B.: heben schwerer Gegenstände)
      • Vermeiden von Pressen beim Stuhlgang

      Das Schlafen bei erhöhtem Oberkörper wirkt dem Rückfluß der Magensäure entgegen (Erhöhung um 20-30 cm, z.B. mit Hilfe eines Schaumstoffkeils unter der Matratze am Kopfende).

      Eine Lebensstiländerung kann zu einer Verbesserung der Erkrankung beitragen

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    • Wann soll ich meinen Arzt fragen?

      Falls Sie trotz all dieser Maßnahmen weiterhin an Sodbrennen leiden, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Dieser wird Ihnen ein effektives Medikament verordnen oder eine Spiegelung der Speiseröhre und des Magens (Endoskopie) vorschlagen.

      Die Ösophago-Gastroskopie ist eine Untersuchung, die nur wenige Minuten dauert, schmerzlos ist und zeigt, ob bereits eine Entzündung vorliegt. Im Zuge dessen können krankhafte Veränderungen, besonders Speiseröhrenkrebs, sicher ausgeschlossen werden und zusätzlich der Magen und Zwölffingerdarm genau untersucht werden.

      Eine Magenspiegelung schafft Klarheit über das Ausmaß der Erkrankung

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    • Wie erfolgt die medikamentöse Therapie?

      Im Falle einer Speiseröhrenentzündung ist eine konsequente medikamentöse Therapie dringend erforderlich. Es gilt ein gefährliches Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und deren Rückbildung einzuleiten. Schmerzen lassen sich damit zuverlässig und rasch beseitigen. 

      Zur Therapie eignen sich besonders Protonenpumpenhemmer, die die Bildung von Magensäure stark und lange reduzieren. Diese werden zur Abheilung der Refluxösophagitis über 4-8 Wochen (=Therapiephase) eingenommen. Die Beschwerden klingen meist schon nach 1 Tag ab, obwohl die Heilung der Entzündung länger dauert. Darum ist es wichtig, den von Ihrem Arzt verordneten Zeitraum kontinuierlich einzuhalten. Ein frühzeitiger Therapieabbruch führt in den meisten Fällen relativ rasch zu neuerlichem Sodbrennen. 

      Treten bald nach Beendigung dieser Therapiephase erneut Beschwerden auf, muß eine Langzeitbehandlung mit einem Protonenpumpenhemmer ernsthaft in Betracht gezogen werden. Damit sollen erneute Schleimhautschäden in der Speiseröhre und damit verbundene Beschwerden verhindert werden.

      Protonenpumpenhemmer heilen zuverlässig, indem sie die Magensäure deutlich und lange reduzieren

      Wir hoffen, dass Ihnen diese Broschüre hilft, das Krankheitsbild Sodbrennen besser zu verstehen. Protonenpumpenhemmer geben Ihnen heute die Lebensqualität zurück, auf die Sie nicht verzichten sollten.

      Voraussetzung ist jedoch, dass Sie konsequent der Therapieempfehlung Ihres Arztes Folge leisten und nötige Kontrolluntersuchungen durchführen lassen.

      Für weitere Fragen steht Ihr Arzt sicher gerne zur Verfügung!

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    • Wann muss Sodbrennen behandelt werden?

      Sodbrennen ist ein Alarmzeichen. Der Grund: Magensäure fließt zurück in die Speiseröhre und schädigt die Schleimhaut. Unbehandelt können Blutung, Verengung der Speiseröhre und manchmal sogar Krebs auftreten. Das muss nicht sein.

      Testen Sie in 60 Sekunden, ob Sie gefährdet sind und ob Sie sich behandeln lassen sollten, damit Ihre Beschwerden möglichst schnell verschwinden. Wenige Augenblicke, die viel für Ihre Gesundheit bewirken können!

      Machen Sie Ihren persönlichen „8-Punkte-Test“: Ermitteln Sie Ihr Sodbrennen-Risiko!

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    • FRAGEBOGEN

      (auch als PDF-Datei verfügbar - 258KB)

      Beantworten Sie folgende 4 Fragen einfach mit JA oder NEIN:

      Haben Sie mehrmals im Monat Sodbrennen oder spüren Sie ein Brennen im Hals? 

      O JA     O NEIN

      Wachen Sie nachts manchmal mit Sodbrennen auf? 

      O JA     O NEIN

      Bekommen Sie beim Sport oder bei Anstrengungen Sodbrennen?

      O JA     O NEIN

      Bemerken Sie öfter – beispielsweise nach dem Essen – ein saures Aufstoßen?

      O JA     O NEIN

      Wenn Sie einmal oder mehrmals mit JA geantwortet haben, dann beantworten Sie bitte noch die folgenden 4 Fragen:

      Haben Sie mehr als zweimal pro Woche Sodbrennen oder wachen Sie nachts immer wieder damit auf?

      O JA     O NEIN

      Spüren Sie ab und zu oder regelmäßig Schmerzen hinter dem Brustbein, die bis in den Rücken ausstrahlen können?

      O JA     O NEIN

      Verzichten Sie auf bestimmte Speisen oder Getränke aus Angst vor Sodbrennen?

      O JA     O NEIN

      Nehmen Sie regelmäßig Medikamente aus der Apotheke gegen Sodbrennen ein?

      O JA     O NEIN

      Wenn Sie auch im zweiten Frageblock einmal oder mehrmals mit JA geantwortet haben, dann sprechen Sie bitte Ihren Hausarzt so bald wie möglich darauf an. Er kann gegebenenfalls mit Medikamenten ganz gezielt Ihre Beschwerden behandeln und abklären, ob Ihr Sodbrennen gefährlich ist oder nicht.

      Zeigen Sie Ihrem Arzt diesen Fragebogen und sagen Sie Ihm, welche Fragen Sie mit JA beantwortet haben. Er kann so schneller und gezielter auf Ihre Beschwerden eingehen.

      Prof. Jürgen Hotz, Internist und Gastroenterologe am Allgemeinen Krankenhaus in Celle und Mitglied der Gastro-Liga: 
      „Genau mit diesem Fragebogen können Sie mit einer Spezifität von über 80 % zwischen einer behandlungsbedürftigen Erkrankung und einer Befindlichkeitsstörung – beide mit dem Symptom Sodbrennen – unterscheiden. Das heißt im Klartext: Wir erfassen vier von fünf Patienten bei positiven Ergebnissen des Fragebogens.“ 
      (Der Hausarzt – 16/00)

      Wissenschaftliche Beratung: Prim. Univ. Prof. Dr. Harald Brunner – I. Medizinische Abteilung - KH Lainz

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