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- Was ist 'Bluthochdruck’?
Das Blut braucht für einen Umlauf durch den Körper etwa eine Minute. Das heißt: Das Herz pumpt pro Tag über 7000 Liter durch den Kreislauf. Ohne Druckgefälle könnte diese Menge in den Adern nicht kursieren.
Der Blutdruck hängt von zwei Faktoren ab: Einerseits von der Pumpleistung des Herzens; andererseits vom Widerstand in den Blutgefäßen. Es macht also einen Unterschied, wie stark das Herz pumpt und wie eng das Gefäßsystem ist, durch welches das Blut durchgepumpt werden muss. Der Bluthochdruck (=Hypertonie) wird in der Regel durch eine Engstellung im Bereich des Gefäßsystems verursacht. Eine vermehrte Pumpleistung des Herzens kann das noch verschlimmern.
Der Druck entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht (Systole), um das Blut in die Arterien zu pressen (systolischer Druck). Entspannt sich der Muskel (Diastole), fällt er wieder etwas ab, ein gewisser Druck bleibt jedoch immer im Gefäßsystem erhalten (diastolischer Druck). Aus diesem Grund ermittelt die Blutdruckmessung immer zwei Werte, die man in Millimetern (mm) auf einer Quecksilbersäule angibt. Von einem Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man bei einer dauernden Erhöhung des Blutdrucks auf Werte von über 140 mm Hg systolisch und über 90 mm Hg diastolisch.
Die wichtigsten Werte (lt. WHO):
Normale Werte bei Kindern bis 10 Jahren 90/60 mmHg
Normale Werte bei Erwachsenen 120/80 bis 139/89 mmHg
Niedriger Blutdruck (Hypotonie) unter 105/60 mmHg
Erhöhter Blutdruck (Grenzwerthypertonie) 140/90 bis 149/94 mmHg
Hoher Blutdruck (Hypertonie) 1.Grades 140/90 bis 159/99 mmHg
Hoher Blutdruck 2.Grades über 160/100 mmHg
- Warum erkrankt man an einem Bluthochdruck?
Für rund 90 bis 95 Prozent der Patienten mit Bluthochdruck (Hypertoniker) ist die Ursache für den Hochdruck unklar. Es sind keine einzelnen Ursachen feststellbar. Oft gibt es eine erbliche Vorbelastung. Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, regelmäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und Stress erleichtern die Blutdruckerhöhung.
Faktoren, die die Entstehung eines Bluthochdrucks fördern (Risikofaktoren):
- Ernährungsfaktoren: fett- oder salzreiche Ernährung, erhöhte Blutzuckerwerte (Diabetes mellitus) und Übergewicht sowie zu viel Kaffee- und Alkoholkonsum
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- zuviel Stress
- hormonelle Faktoren: bei Frauen beginnt der Bluthochdruck häufig erst im Wechsel
Nur bei fünf bis zehn Prozent der Patienten kennt man die Ursache des zu hohen Blutdrucks: z. B. Nierenerkrankungen, Tumore und Gefäßmissbildungen.
- Wie wird ein Bluthochdruck behandelt?
Bei den fünf bis zehn Prozent der Bluthochdruckpatienten, bei denen die Hypertonie durch Nierenerkrankungen, Tumore und Gefäßmissbildungen verursacht wird, steht die Behandlung der verursachenden Grunderkrankung im Vordergrund.
Bei den 90 bis 95 Prozent der Patienten, bei denen keine Einzelursache für den erhöhten Blutdruck feststellbar ist, sollte zuerst versucht werden, durch eine Änderung des Lebensstils den Blutdruck zu senken. (siehe TIPPS)
Dazu gehören:
- vermehrte körperliche Bewegung, z. B. Radfahren oder Spazierengehen. Doch sollten extreme Belastungen vermieden werden
- regelmäßige Ruhepausen
- Normalgewicht
- salzarme Kost.
- Nicht Rauchen
Kann durch diese Maßnahmen der Blutdruck nicht bzw. nicht ausreichend gesenkt werden, stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung.
- Was ist ein Bluthochdruck?
Moderne, hochwirksame und sehr gut verträgliche Medikamente können – regelmäßig eingenommen – den Blutdruck auf optimale Werte senken.
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Folgende Substanzklassen stehen zur Verfügung:
Medikamente, die durch Beeinflussung des Stressnervs eine verstärkte (zu hohe) Auswurfleistung des Herzens reduzieren,
- Betablocker
- Alphablocker
Medikamente, die die Gefäße erweitern
- Calcium-Antagonisten
- ACE-Hemmer
- AT1-Blocker
Entwässernde Medikamente (Diuretika).
Reicht ein Medikament nicht aus, um den Blutdruck zu normalisieren, so können auch Kombinationen verschiedener Medikamente, so sie sich in der Wirkung verstärken, gegeben werden. Oberstes Ziel muss immer sein, den zu hohen Blutdruck zu normalisieren.
Der Blutdruck sollte regelmäßig kontrolliert und die Medikamente sollten auch dann eingenommen werden, wenn der Blutdruck wieder normal ist, damit er auch normal bleibt. Am Beginn einer medikamentösen Behandlung eines erhöhten Blutdrucks kann sich der Patient zunächst schlechter fühlen. Das rührt daher, dass sich der Organismus (insbesondere das Gehirn!) bereits an den zuvor zu hohen Blutdruck gewöhnt hat. Nun wird mit den Medikamenten der Blutdruck gesenkt. Die neuerliche Gewöhnung an einen niedrigeren (aber normalen) Blutdruck kann zu Symptomen wie Müdigkeit und gelegentlichen Schwindel führen. Diese Symptome geben sich nach vier bis sechs Wochen und sollten vom Patienten ‚durchgetaucht’ werden: Nachher geht es wesentlich besser als vor Therapie!
